© casekirchen.eu 2011
Webauftritt: Tom Zeretzke
Alle Rechte vorbehalten!
“Subbotniks” verhelfen Dörfern zu neuem Glanz
VERSCHÖNERUNG In Casekirchen und Seidewitz veranstalten die Heimatvereine samstägliche
Arbeitseinsätze, um ihre Ortschaften herauszuputzen.
Casekirchen/Seidewitz. Cубботник beziehungsweise "Subbotnik" - dieses Wort ist sicherlich noch vielen
ein Begriff. Es stammt aus Sowjetzeiten und bezeichnete im real existierenden Sozialismus einen
freiwilligen und unbezahlten samstäglichen Arbeitseinsatz. Auch in der DDR fanden solche Einsätze schnell
Anwendung, sodass der Ausdruck in den Sprachgebrauch übernommen wurde.
Auch wenn die Freiwilligkeit
hervorgehoben wurde, nicht
selten gab es jedoch einen
beträchtlichen staatlichen Druck
für diese Arbeitseinsätze. So
manches behördliche Wohlwollen
wurde des Öfteren von der
Teilnahme an diesen Subbotniks
abhängig gemacht. Wer zum
Beispiel eine größere Wohnung
brauchte, nach einer besseren
Stelle suchte, ins Ausland fahren
wollte oder gar einen
Telefonanschluss begehrte, der
war meist auf derartige
"Pluspunkte" für sein
"sozialistisches Verhalten"
angewiesen.
In der Nachkriegszeit waren die Subbotniks durchaus eine sinnvolle Einrichtung für den Wiederaufbau,
später verkamen sie jedoch meist zu bürokratischem Aktivismus, dann lokal auch oft aus Mangel an
Material oder Ideen schlicht zu Pflichtübungen. Spätestens Mitte der 1980-er Jahre fanden diese
Veranstaltungen vielerorts nicht mehr statt. Die Bezeichnung blieb aber für Arbeitseinsätze der
"Hausgemeinschaft" bei der Vorgartenpflege oder gemeinschaftlich getätigten Reparaturen üblich.
Und so erleben die "Subbotniks" auch in den Dörfern des Wethautals eine kleine Renaissance. Wie auch in
Casekirchen und Seidewitz, wo unter Initiative der örtlichen Heimatvereine in den vergangenen Wochen
die Ortsteile wieder zu Glanzperlen herausputzt wurden. Grünflächen in den Dörfern erhielten einen
sommerlichen Kurzhaarschnitt, Unkraut wurde gejätet, Gehwege vom Schmutz befreit, Holzbänke wieder
instand gesetzt, oder Holzrahmen und Zäune gestrichen.
Einsätze, die sich gelohnt haben, und die die Dörfer wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen. Darauf
können alle Beteiligten stolz sein. Bis zum nächsten "Subbotnik" also!
Redakteuer: Tom Zeretzke.
Fotos: Klaus Baier, Tom Zeretzke.
Gemeinsames Anpacken beim “Frühjahrsputz” auf Casekirchener Gehwegen.
Vorschaubild klicken zum Vergrößern